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Neue Westfälische, 13. November 1993

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Absage an Ludwig: Bezirksvertretung will die Freibäder in Dornberg und Schröttinghausen erhalte

Private Träger formieren sich bereits

Bielefeld-Dornberg (ül). Die lange Debatte bestätigte letztlich, was Dezernent Rainer Ludwig ohnehin vorgegeben hatte: Die Freibäder in Dornberg und Schröttinghausen haben nur noch in privater Trägerschaft eine Chance. Die Stadt wird sie nicht weiter betreiben. Da blieb der Bezirksvertretung nur, die Gespräche mit privaten Trägern noch einmal ausdrücklich anzumahnen. Und da gibt es mittlerweile für beide Standorte Interessenten.

Auch wenn Dornberg "eigentlich ein Hallenbad zustehen" würde, wie Ludwig meinte - die Finanzen lassen es einfach nicht zu. 1992 etwa zahlte die Stadt laut Ludwig 150 000 Mark Zuschuß für das Bad in Dornberg, in Schröttinghausen waren es 98.000 Mark.
"Mindestens ein großer Teil" dieser Summe soll nun eingespart werden. Dennoch möchte die Stadt die Bäder gerne erhalten und will deshalb die Latte für private Betreiber nicht allzu hoch legen, betonte Ludwig. Dornberg schlug 1992 mit 106.000 Mark Personal- und 110.000 Mark Sachkosten zu Buche. Ein Verein etwa brauche keine Personalkosten zu veranschlagen und könne obendrein von den Sachkosten einen wesentlichen Teil über die Eintrittsgelder beschaffen, machte der Dezernent die Vorstellungen der Verwaltung deutlich. Was dann noch übrig bleibt, darüber könne man reden.
Mehr vermochten ihm die Bezirksvertreter allerdings nicht abzuringen. Insbesondere Grüne und Sozialdemokraten hatten ihn darauf festlegen wollen, das wenigsten für 1994 die Zuschüsse noch einmal gezahlt werden sollen - damit genügend Zeit zum Gespräch mit potentiellen Trägern bleibt. Damit scheiterten die beiden Fraktionen jedoch. Auch ein entsprechender Antrag in der Bezirksvertretung wurde von der Mehrheit abgelehnt.
Mit einem bedauernden Achselzucken nahm Ludwig die übrigen Argumente zur Kenntnis. Die Bäder etwa in öffentlicher Ausschreibung an den Mann bringen zu wollen, habe keinen Sinn: "Die Interessenten fragen immer nur, was man sonst noch so mit den Grundstücken machen kann. Bäder lassen sich nicht rentabel betreiben", kommentierte er einen Vorschlag von Axel Strunkmann-Meister (CDU).
Abschließend erteilten die Bezirksvertreter der geplanten Schließung eine klare Absage. Ferner forderten sie Ludwig dazu auf, noch vor den Haushaltsberatungen das Gespräch mit interessierten Gruppen zu suchen.
Für Schröttinghausen haben diese Gespräche bereits begonnen. Mehrere Bürger sind an das Sportamt herangetreten, um das Bad in eigene Regie zu übernehmen. Ein 86jähriger Bürger hat in den vergangenen Wochen sogar schon 16 000 Mark für den Erhalt gesammelt, wie er während einer Sitzungsunterbrechung berichtete.
Auch in Dornberg tut sich bereits etwas. Schon in der vergangenen Woche hat sich eine Initiative gebildet, die jetzt mit Ludwig verhandeln will. Auch ein zunächst noch provisorisches Konzept liegt schon vor. 40 Prozent der Personalkosten könnte die Gruppe in jedem Fall übernehmen, meint Sprecher Johannes Wiefel. Darüber hinaus ist bereits angedacht, in Eigenregie Jahreskarten zu verkaufen und eventuell mit Aktionen für mehr Besuch zu sorgen. Rund 20 Interessenten kamen zur jüngsten Versammlung, "tatsächlich stehen aber viel mehr Bürger hinter uns" betont Wiefel. Und die sind auch bereit, für das Bad ins Portemonnaie greifen.
Als nächstes soll jetzt ein Verein gegründet werden. Das nächste Treffen beginnt am Donnerstag, 18. November, um 20 Uhr im Schwimmerpavillion am Gemeinschaftshaus, dornberger Straße 9. Wer mitmachen möchte, kann sich zudem unter 101667 melden.

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