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Neue Westfälische, 1997

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Stadt verspekulierte sich bei Mölleringhof-Plänen am Dornberger Freibad / Acker gegen Bauland

Sechsstelliger Wertverlust bei Geländetausch

Bielefeld-Dornberg. Daß der Mölleringhof nicht wie geplant am Dornberger Freibad aufgebaut wird, beschert der Stadt einen sechsstelligen Wertverlust. Sie tauschte gegen das vorgesehen Grundstück, das zur Zeit als Acker knapp 20000 Mark wert wäre, ein anderes, das mittlerweile als Bauland rund 580000 Mark (Richtwert) bringen würde. Dort will der neue Eigentümer, ein Landwirt, zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten bauen.

Neben dem Freibad an der Großdornberger Straße wollte die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) den alten Mölleringhof aus Rödinghausen aufbauen. Die Stadt erwarb (für die GAB) das 2300 Quadratmeter große Grundstück vom Landwirt im Tausch gegen ein gleichgroßes Gelände auf der anderen Seite der Großdornberger Straße, das ursprünglich Erweiterungfläche für die benachbarte Gärtnerei war, aber auch als Bauland im Anschluß an das neue Gebiet Schürmannshof angedacht war. Beide Grundstücke stufte die Stadt als "gleich bebaubar" ein und ließ sie mit 100 Mark pro Quadratmeter (Gewerbefläche) gleich hoch bewerten - obwohl das eine Acker im Landschaftsschutzgebiet war, für das andere aber dem Landwirt zugesichert wurde, es baureif zu machen.
Die Stadt spekulierte darauf, für ihr neues Grundstück über eine Sonderregelung den Bau einer Hofstelle genehmigt zu bekommen - was die Bezirksregierung auch erlaubte. Die GAB, die das Grundstück von der Stadt kaufte, hätte den Hof errichtet und als Verwaltungssitz genutzt.
Für die Dornberger hätten Räume als Bürger- und Kulturzentrum zur Verfügung gestanden. Reizvoll bei dem Projekt zudem: es winkten hohe Zuschüsse der NRW-Stiftung. Eine Hoffnung, die trog. Das Geld kam nicht und auch der Hof nicht an die Stelle. Die Stadt muß das Wiesengrundstück für 230 000 Mark von der GAB zurückkaufen. Es könnte, so verspricht sich die Verwaltung, für eine Hofstelle oder ein neues Gemeinschaftshaus (das Dornberger liegt direkt daneben) genutzt werden. Das wäre durch die Sondergenehmigung rechtlich möglich. Ob es aber umgesetzt werden kann, ist fraglich.
Es soll aber versucht werden. Denn um den Schaden zu begrenzen, beauftragte der Stadtrat jetzt die Verwaltung, nach einer wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks zu suchen. Die CDU drängte zudem darauf, zu untersuchen, ob die Stadt hier fahrlässig gehandelt habe. Denn der Wertverlust sei vor eineinhalb Jahren, als der Deal vom Rat mit rot-grüner Mehrheit abgesegnet wurde, erkennbar gewesen. Die Stiftungsgelder waren unsicher, die Baureife des abgegebenen Grundstücks zugesagt.
Die CDU wirft der Stadt zudem vor, die Rückabwicklung des Tausches nicht vereinbart zu haben. Da war der Landwirt cleverer. Er hätte von der Stadt 180 000 Mark zurückbekommen, wenn das Gelände zum 31. Dezember 1996 nicht baureif gewesen wäre.


Das Grundstück an der Großdornberger Straße, links vom Parkplatz, gab die Stadt im Tausch gegen das Gelände am Freibad ab.
Der Eigentümer will auf dem Acker zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten bauen. Im Hintergrund das Wohngebiet Schürmannshof.

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