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Neue Westfälische, 31. März 1999

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Freibad kann nicht mit Erdwärme beheizt werden / Fontäne schießt 20 Meter in den Himmel

Mineralquelle im Freibad entdeckt

Bielefeld-Dornberg. Der Plan der Freibadinitiative Dornberg, ihr Bad künftig - bundesweit einmalig - mit Erdwärme zu beheizen, geht den Bach hinunter. Schon beim Bohren des zweiten von zehn jeweils hundert Meter tiefen Lächern schoß plötzlich eine 20 Meter hohe Fontäne aus dem Boden: feinstes Bielefelder Mineralwasser, 12 Grad kalt. Statt Erd-, soll nun das Wasserwärmeprinzip genutzt werden, um den Badelustigen ständig 24 Grad warme Fluten bieten zu können.

Das nicht erwartete Bohrungsresultat hat dem Vereinsvorsitzenden Johannes Wiefel und seinen Mitstreitern zunächst mächtig Kopfschmerzen bereitet. "Da kam genug Wasser raus, um ein Zehntel aller Bielefelder mit Wasser zu versorgen", erzählt er. Die Mitglieder der Freibadinitiative Dornberg erwiesen sich jedoch als findig. Sie strickten ihr bundesweit einmaliges, wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt "Groß-Geothermie-Anlage für Freibad" einfach auf den Betrieb mit einer Wasserwärmnutzung um. "Die Pumpe, die dafür benötigt wird, bleibt die gleiche", erläutert Wiefel.
Der unerwartete Wasserfund, der aus einer riesigen Blase zwischen zwei undurchlässigen Tonschichten stammt, macht die Sache sogar etwas kostengünstiger als zunächst geplant. Es werden weniger Tiefenbohrungen gebraucht. Außerdem kann die Freibadinitiative zur Füllung des Beckens sowie für den Betrieb der Duschen und Toilettenanlagen künftig das eigene Naß benutzen.
Mit dem städtischen Wasserschutzamt wurde verabredet, das saubere, nur zur Kühlung der Wärmepumpe eingesetzte Mineralwasser - etwa elf Kubikmeter pro Stunde - sofort wieder über einen Schluckbrunnen dem Erdreich zuzuführen. Was der Brunnen nicht aufnehmen kann, fließt in den nahegelegenen Johannisbach. Dessen Quellbereich haben die Domberger Freibadfreunde offensichtlich angezapft, wie sie ein Geologe der Uni inzwischen aufgeklärt hat.
Trotz allem soll, wie Wiefel versichert, die neue Anlage pünktlich zu Saisonbeginn in Betrieb genommen werden: wie vorgesehen kombiniert mit einem Gasbrennwertkessel für Spitzenlasten und Duschwasser. 150.000 Mark kostet das Gesamtprojekt. Bei der Finanzierung helfen die Stadtwerke und deren Tochter, die Bielefelder Freizeit- und Bädereinrichtungen GmbH.
Nur mit dem "Pilot-Projekt" wird es nichts mehr. Wärmepumpen, mit Grundwasser betrieben, gibt es schon in einigen anderen Freibädern. "Wir würden unsere Geothermie-Planung aber jederzeit für eine trockener gelegene Badeanstalt zur Verfügung stellen", bietet Wiefel an. "Effektiver als Solarenergie arbeitet sie nach unseren Berechnungen allemal."
Auch die wissenschaftliche Bedeutung in Form der Examensarbeit des Physikers könnten die Dornberger möglicherweise mit vermitteln.


Bei den Bohrungen für eine Geothermie-Anlage im Freibad Dornberg trat zwar kein Öl, aber immerhin bestes Mineralwasser zu Tage.
Aus dem zweiten Bohrloch schoß es plötzlich 20 Meter hoch.

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