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Neue Westfälische, 15. Mai 1999

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Seit gestern läuft die hochmoderne Beheizungsanlage im Freibad Dornberg

Wasser 24 Grad warm

Bielefeld-Dornberg. Im mindestens 24 Grad warmen Wasser können die Badegäste im Dornberger Freibad ab Montag bei Wind und Wetter ihre Runden ziehen. "Das ist die garantierte Mindesttemperatur, aber vielleicht schaffen wir ja noch ein bißchen mehr", hofft Paul John von der Freibadinitiative. "Die ersten vier Wochen sind der Probelauf für die Feinabstimmung." Als Ideengeber durfte er gestern aufs Knöpfchen drücken und die neu installierte Beheizungsanlage in Betrieb setzen.

"Von allen Bielefelder Freibädern haben wir künftig nach dem Wiesenbad das wärmste Wasser", verkündet Johannes Wiefel, Vorsitzender der Freibadinitiative Dornberg, stolz, "Außerdem von allen die modernste Technik", ergänzt Schwimmeister Matthias Becker. "Und unser Wasser ist von der Qualität her besser als das, was bei den Bielefelder Bürgern aus dem Wasserhahn läuft", legt John noch einen drauf.
Eigentlich wollten die Dornberger ihr Schwimmbad sogar auf bundesweit einmalige Art beheizen: mit Hilfe von Erdwärme. Doch gleich bei den ersten Bohrungen auf der Wiese neben den Umkleidekabinen schoß, wie berichtet, plötzlich eine 20 Meter hohe Fontäne aus dem Boden: feinstes Mineralwasser, 12 Grad warm.
Beinahe wäre dadurch der Plan, das Badewasser kostengünstig, umweltfreundlich und hochmodern anzuwärmen, den Bach hinunter gegangen. Doch binnen anderthalb Wochen gelang es, die Planung umzustricken: von Geothermie (Erdwärme) auf Hydrothermie (Wasserwärme). Das sei jedoch nur möglich gewesen, weil alle Beteiligten an einem Strang gezogen und unheimlich schnell gearbeitet hätten, betont Johannes Wiefel. Sein besonderer Dank galt den Stadtwerken.
Nur jetzt, in der Anlaufphase, wird zusätzlich warmes Wasser aus dem gasbetriebenen Kessel mit ins Becken eingeleitet. Ab nächste Woche wird der nur noch für heißes Duschwasser gebraucht. Mindestens 5 000 Mark pro Saison sollen so eingespart werden. Die neue Technik kostet nach Auskunft von Johannes Wiefel alles in allem rund 250 000 Mark. Dieses Geld konnte aufgebracht werden, weil es der Initiative gelang, die Bielefelder Bäder- und Freizeiteinrichtungen und die Stadtwerke mit ins Boot zu holen.
Die Freibadinitiative Dornberg hat 1450 Mitglieder: 600 zahlende und 850 Familienangehörige. Seit sechs Jahren betreibt sie das Dornberger Freibad. "Seitdem wurden 800 000 Mark investiert - die vielen Eigenleistungen nicht einmal eingerechnet", zieht Wiefel Bilanz. "Auch in diesem Sommer werden sich wieder 45 Ehrenamtliche den Kassendienst teilen."
Natürlich wurden gestern in Dornberg ein paar Bierchen auf den gelungenen Abschluß des Heizungsprojektes getrunken. Vorher mußten Wiefel und seine Mitstreiter aber noch einmal in die Hände spucken. Schließlich soll im Freibad zum Saisonstart am Montag alles blitzen und blinken. Die Vereinsmitglieder dürfen das Wasser schon frühmorgens testen, für die übrigen Bielefelder öffnen sich die Pforten um 13 Uhr.


Paul John (rechts) hatte die Idee. Er durfte darum gestern im Freibad Dornberg per Knopfdruck die neue Heizung in Betrieb nehmen. Mit ihm freuen sich (von links): Schwimmeister Matthias Becker, Brunnenbaumeister Ralf Stükerjürgen, Jutta Ramforth von den Stadtwerken und Johannes Wiefel, Vorsitzender der Freibadinitiative.


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