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Neue Westfälische, 26. August 2000

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Mieser Sommer - weniger Badegäste

Hoffen auf warme Tage

Bielefeld-Dornberg. Auf einen warmen September hofft Johannes Wiefel, Vorsitzender des Fördervereins für das Dornberger Freibad. Eine Reihe von warmen, sonnigen Tagen würden die Statistik für die Saison 2000 bestimmt verbessern und auch noch ein bisschen Geld in die Vereinskasse spulen. Wegen des miesen Sommers suchten nämlich bisher nur rund 24.000 Badegäste Erfrischung in den Dornberger Fluten. Aber auch wenn sich Petrus die nächsten Wochen beim Wettermachen noch so anstrengt, der 99er-Endstand von 42.000 Besuchern wird bestimmt nicht mehr erreicht.

Zufrieden sind Wiefel und seine ehrenamtlichen Mitstreiter jedoch über die Zahl der Fördervereinsmitglieder. "Wir sind jetzt fast auf den Punkt genau bei 1.600 angelangt - hundert mehr als zu Beginn der Saison", berichtet er stolz.
Und er hat auch eine Begründung für diesen Erfolg: "Das liegt insbesondere am Frühschwimmen, montags bis freitags von 6.30 bis 7.20 Uhr. Das ist der Renner. Selbst bei schlechtestem Wetter sind die Leute gekommen, sogar per Fahrrad aus der Innenstadt: täglich durchschnittlich 25. Wir hatten aber auch schon 49 auf einmal im Wasser. Morgens machen Freiwillige vom Verein die Aufsicht, und darum dürfen dann nur Mitglieder untertauchen."
Mit Hilfe einer Hydrothermieanlage hat das Wasser in Dornberg stets eine Mindesttemperatur von 22 Grad. "Um die zu halten, mussten wir in diesem Jahr ganz schön heizen", berichtet der Vereinsvorsitzende. "Das wird natürlich teuer, obwohl die Endabrechnung natürlich noch nicht vorliegt. Klar ist aber schon, dass wir unsere weiteren Verbesserungspläne für das Bad etwas strecken müssen." Enttäuscht ist er, dass das neue Ein-Meter-Brett, zu Beginn der Saison bestellt, immer noch nicht da ist: "Die Firma soll Lieferschwierigkeiten haben; vermutlich kommt es erst, wenn wir schon dicht haben."
Größte Veränderung der letzten Monate in Dornberg: das Bad hat einen neuen Chef. Alfredo Torres, zuvor Stellvertreter in Jöllenbeck und Brake, hat dort jetzt das Sagen - als Nachfolger von Matthias Becker, der ein auswärtiges Bad übernommen hat. Wiefel, "wir haben aber wieder Glück gehabt. Er passt zu uns."
Für 2001 ist nach seiner Auskunft geplant, im Freibad "eine Art Biergarten" einzurichten. Außerdem soll, probehalber zunächst auf dem grünen Rasen, ein Volleyballfeld geschaffen werden. Wiefel: "Wir haben überlegt, vielleicht sogar eine richtige Beachvolleyball-Anlage einzurichten, müssen aber erst abchecken, ob der Sand unsere relativ alten Wasserfilter lahm legen könnte. Für diese Überlegungen haben wir nun etwas länger Zeit, denn für den Sandkauf haben wir derzeit auch gar nicht das Geld; es sei denn, es fände sich plötzlich ein Sponsor."
Größter Rückschlag der letzten Monate war - so der Vereinsvorsitzende - der Einbruch in den gerade renovierten Kiosk, bei dem die Täter eine Menge Schaden anrichteten. Inzwischen stehe fest, wer da gewütet habe. Ein 20-jähriger und zwei Minderjährige aus dem Dornberger Raum seien beim Autoknacken erwischt worden und hätten dann im Polizeiverhör "reinen Tisch" gemacht. Wiefel: "Ich fände es toll, wenn der Richter sie als Wiedergutmachung zu unentgeltlicher Arbeit in unserem Bad verdonnern würde."
Genug freiwillige Helfer für seinen selbstorganisierten Kassendienst zu finden, ist dem Verein auch diesmal wieder gelungen. Wiefel: "Wir haben im Frühjahr für den ganzen Sommer eine Liste aufgestellt, wer an welchem Tag dran ist. Bei schlechtem Wetter darf derjenige dann aber zu Hause bleiben und der Schwimmmeister kassiert selbst. Manche Leute waren richtig traurig, wenn es regnete - und sind trotzdem gekommen, um mal ganz beschaulich im Kassenhäuschen zu sitzen."
Noch ist das Freibad Dornberg täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Wie lange noch, bestimmt Petrus. Der Vorsitzende: "Kühle Nächte sind nicht tragisch, aber ab mittags muss es schön warm sein."

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