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Neue Westfälische, 15. Februar 2001

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Johannes Wiefel seit fünf Jahren Vorsitzender des Fördervereins des Dornberger Freibades

Erster unter vielen Schwimm-Freunden

Bielefeld-Dornberg. Ehrenamtlich engagiert sich Johannes Wiefel, Vater von drei Töchtern und von Beruf Arbeitsberater im Arbeitsamt, erst seit gut fünf Jahren. Heute ist er vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein ständig im Einsatz, hat für private Verabredungen nur noch im Winter Luft. Der 44-Jährige ist nämlich seit 1995 Vorsitzender des Fördervereins für das Dornberger Freibad.

Als die Bielefelder Kommunalpolitiker Mitte der 90er-Jahre auch über die Schließung der traditionsreichen Dornberger Badeanstalt nachdachten, war es - so beschreibt es Johannes Wiefel - Ehefrau Inge, die ihn "drängte", sich gefälligst für den Erhalt zu engagieren. Aus einer Bürgerversammlung heraus, an der über hundert Dornberger Bürger teilnahmen, entstand eine Initiativgruppe, etwa 35 Interessenten stark. Von denen blieben schließlich 17 übrig, die einen Verein zur Rettung des Bades gründeten und Wiefel zum 1. Vorsitzenden wählten.
Bis heute sind diesem Verein, wie er stolz berichtet, 643 Einzelpersonen und Familien beigetreten: insgesamt 1.557 schwimmfreudige Menschen. Es gäbe, betont ihr vergnügter Vorsitzender, ein starkes Team von Helfern, das seit Jahren bereit sei, immer wieder mit anzupacken. "Ohne die liefe nämlich gar nichts", sagt er und verweist insbesondere auf seine beiden Stellvertreter Jochen Arendt und Harald Hämisch. Nur so sei zum Beispiel im Jahr 2000 möglich gewesen, binnen zehn Tagen den Freibadkiosk umzubauen und zu erweitern. "Die Leute haben alle jeden Abend und am Wochenende geschuftet; allein in diesem Fall 400 Stunden Arbeit geleistet."
Ebenso wichtig sei natürlich der Kassendienst aus den Reihen des Vereins. Den teilten sich jeden Sommer etwa 30 äußerst verlässliche Freiwillige. Sechs weitere hätten sich bereit erklärt, alle zwei Jahre das Deutsche Rettungsabzeichen in Silber zu wiederholen, um morgens zwischen 6 und 7.20 Uhr das Frühschwimmen für Mitglieder beaufsichtigen zu dürfen. Dazu kommt eine Vorbereitungsmannschaft, ein gutes Dutzend Kräfte, die an den letzten vier Wochenenden vor Saisonstart das ganze Bad auf Vordermann bringen. In diesem Jahr müssen sie, wie Wiefel berichtet, schon etwas eher in die Puschen kommen, das gesamte Gelände soll mit Hilfe eines Baggers neu modelliert werden, um mehr Einsicht zu schaffen und damit noch mehr Badegäste anzulocken, verschwindet eine Hecke. Außerdem soll der Abhang abgeflacht werden, um ihn mit als Liegewiese nutzen zu können. Stolz verweist Wiefel darauf, dass seit Gründung des Fördervereins schon 900.000 Mark aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuschüssen der Bielefelder Bäder- und Freizeiteinrichtungen GmbH (BBF) im Freibad Dornberg investiert wurden. Es entwickele sich immer mehr "zu einem Schmuckkästchen". Er zählt auf, was seitdem alles schon verbessert wurde: Die Wassertemperatur beträgt dank des Einbaues einer Hydrothermie-Anlage ständig mindestens 23 Grad. Die Toilettenanlage wurde total erneuert, ebenso die gesamte Pflasterung. Für die Kinder entstand ein neues Kinderbecken einschließlich Spielbereich. Der Kiosk konnte total saniert werden. Die Stadt hat das Nachbargrundstück, bisher ein "Schandfleck", angemietet. Dieses Areal wird in die Umzäunung einbezogen, das Kassenhaus an anderer Stelle neu gebaut.
"Ich habe durch meine Arbeit im Freibad viel dazugelernt", erzählt Wiefel, bis vor fünf Jahren nicht unbedingt der große Hobby-Handwerker und -gärtner. Er ist meist mit von der Partie, wenn ein schweißtreibender Großeinsatz anfällt. "Ich weiß aber auch, dass immer genügend Mitstreiter da sind", betont er. Neben weiteren Schreibtischtätern, die sich im Freibad alle längst Schwielen an den Händen geholt hätten, gäbe es immer auch hilfsbereite Fachleute, die genau wüssten, wo es langgeht.
Auf fünf Jahre Ehrenamt zurückblickend, würde er sich bei der Stadt "manchmal etwas mehr kompetente Rückendeckung für die Vereinsarbeit von Bürgern" wünschen: "einen Ansprechpartner, bei dem man alle seine Fragen los wird und der sich für alles zuständig fühlt." So sei es in Dornberg, aber auch in anderen Freibädern passiert, dass Mitglieder ohne den nötigen Versicherungsschutz allein Schwimmaufsicht gemacht hätten, was so gar nicht zulässig gewesen sei. Niemand habe die Fördervereine darauf aufmerksam gemacht. Und bei der Entdeckung des Fehlers sei es ebenso schwer gewesen, nun den richtigen Verlauf der Dinge herauszufinden. Wiefel: "Gott sei Dank ist damals nichts passiert."
Der Mann aus Dornberg, seit einem halben Jahr Vorsitzender des Personalrates des Arbeitsamtes Bielefeld, übt inzwischen noch ein weiteres Ehrenamt aus. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Beirates der BBF, während seine Frau zur Vorsitzenden des Dornberger Schwimmvereins gewählt wurde. Aber nicht nur die Eltern lieben das kühle Nass, sondern auch die Töchter. Zwei sind Stammspielerinnen der Dornberger Wasserball-Mannschaft, Nummer drei ist auf dem Weg dahin.


Einsatz im Freibad: Um auf dem Beckengrund zur Abdichtung eine Gummilitze anbringen zu können, bohren DombergerE Schlauchboot aus in die Tiefe. Johannes Wiefel leistet in diesem Fall vom Rand aus seelischen Beistand.

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