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Neue Westfälische, 19. September 2001

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Brackwede, Gadderbaum, Schröttinghausen: Fördervereine und Bezirkspolitiker wollen nicht aufgeben

Rettungsringe für Freibäder gesucht

Bielefeld. Von Zorn bis Zuversicht reichen die Reaktionen der Freibad-Fördervereine und Stadtbezirkspolitiker auf die Nachricht von den drohenden Schließungen ihrer Bäder. Wie die NW gestern berichtete, soll den Freibädern Gadderbaum, Brackwede und Schröttinghausen auf Empfehlung der Bielefelder Bädergesellschaft (BBF) ab 2006 der öffentliche Geldhahn abgedreht werden. Ohne Zuschüsse aber sind diese Bäder nicht überlebensfähig.

"Erschrocken" hat sich Sigrid Gerbaulet (CDU), Bezirksvorsteherin in Dornberg, über das mögliche Ende des Schröttinghausener Bades. Sie kündigt Widerstand aus dem Bezirk an: "Wir werden alles versuchen, das Bad doch noch zu halten." Gerbaulet verweist auf die sozialen Aspekte. Sie erinnert an die vielen engagierten Ehrenamtlichen und an die Organisationen - von der Feuerwehr bis zur Kirchengemeinde - in dem Ortsteil, die sich für das Freibad seit Jahren einsetzen. "Auch wegen des Gemeinschaftslebens wollen und können wir das Bad nicht aufgeben."
Ähnlich sieht es Hannelore Pfaff, Grünen-Bezirksvertreterin in Gadderbaum. "Das Freibad ist die einzige Freizeiteinrichtung für die Kinder hier", sagt sie, ziemlich erbost, und fügt an: "Man kann doch nicht alle Kinder ins Wiesenbad schicken, alleine sowieso nicht." Die Grünen-Ratsfraktion hat eine Beratung über die Freibadlandschaft im Rat der Stadt für den 27. September beantragt. "Dieses Thema muss politisch entschieden werden", meint Fraktionssprecherin Inge Schulze.
Gelassen reagiert hingegen Horst Haase, Vorsitzender des Gadderbaumer Fördervereins, auf die Diskussion. "Mit der Gefahr der Schließung haben wir stets rechnen müssen, ich schreibe das Bad auch nach 2006 noch nicht ab." Haase setzt auf den Faktor Zeit. Sein Kalkül: Vielleicht wechseln in den kommenden Jahren die politischen Mehrheiten und damit die Meinungen.
Entspannt blickt auch Brackwedes Bezirksvorsteher Siegfried Kienitz (CDU) in die Zukunft: "Bei uns ist das Wasser günstig durch den Zufluss der Ems-Lutter." Kienitz erwartet zudem in den kommenden Jahren noch mehr Zuspruch: "Wir registrieren einen starken Zuzug, gerade in Quelle."
Hartmut Meichsner (CDU), zurzeit BBF-Aufsichtsratsvorsitzender, bindet derweil verbal eine rosa Schleife um die umstrittene Empfehlung: "Diese drei Bäder sollen nicht geschlossen werden, sondern es soll in den kommenden Jahren überlegt werden, wie es dort auch ohne finanzielle Hilfe der BBF weiter gehen kann."
Er nennt das Wasserflächenangebot in Bielefeld "überproportional" und verweist auf das "Diktat der Wirtschaftlichkeit" für die Bädergesellschaft: "Rücksicht auf die soziale Komponente bei den Bädern ist seitens der Stadt sicherlich zu erwarten." Für den Weiterbetrieb des Gadderbaumer Bads hat Meichsner indes eine Idee: Die Mitbeteiligung der von-Bodelschwinghschen Anstalten. Hintergrund: In diesem Jahr hat die BBF entschieden, die exorbitant hohen Wasserkosten von fast rund 80.000 Mark zu übernehmen. Das Bad muss das Wasser von Bethel kaufen. Bisher, so Meichsner, habe die Anstalt eine Zusammenarbeit abgelehnt.Heute wollen sich alle Vertreter der Bielefelder Fördervereine zusammensetzen, um nach Rettungsringen für die Bäder zu suchen.

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