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Neue Westfälische, 5. September 2008

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Engere Bindung an Bädergesellschaft soll strapazierten Fördervereinen bessere Perspektiven geben / Bei Vereinskollaps würde Stadt Bäder ohnehin zurückbekommen

Stadt will fünf Freibäder zurückholen

Bielefeld. Für Hans-Werner Bruns ist es die Quadratur des Kreises - "und daran arbeite ich noch". Die Aufgabe des Chefs der städtischen Bädergesellschaft: Der Aufsichtsrat hat ihn beauftragt, den Fördervereinen der Bäder in Dornberg, Brackwede, Hillegossen, Schröttinghausen und Gadderbaum neue Verträge anzubieten. Klar ist: Die Vereine und damit die Bäder sollen besser abgesichert werden. Deutlich wird auch: Die Bäder werden wieder dichter an die Stadt gebunden.

Die Bäder waren in den vergangnen Jahren in die Trägerschaft der Vereine übergeben worden, nur drei blieben bei der Stadt: Senne, Jöllenbeck und das Wiesenbad. Für die anderen galt: 25.000 Euro Zuschuss; und den Rest der meist nötigen mehr als 100.000 Euro jährlich mussten die Vereine erwirtschaften - über Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder, Sponsoren, Benefizaktionen.
Nun wendet sich das Blatt. "Für uns war das mit den 25.000 Euro ideal", gibt Bruns zu - aber auch er weiß: Die Fördervereine sind teilweise sehr klein, so in Hillegossen, teilweise überaltert und damit nicht mehr so handlungsfähig, wie es sich die Stadt wünschen muss. Da aber seit 2006 Dornberg und Hillegossen aufwändig, Schröttinghausen über den vergleichsweise gut situierten Förderverein ordentlich saniert worden sind und Brackwede zum Naturbad umgebaut wird, muss sich bei mindestens vier der fünf Bäder die Bädergesellschaft auch um den Erhalt der Bäder sorgen. Ein Kenner der Bäderlandschaft sagt: "Könnte es ein Förderverein nicht mehr wuppen, wäre viel Geld versenkt worden."
Anders in Gadderbaum: Hier hat die Bezirksvertretung zwar die Sanierung beschlossen, setzt der Verein auf eine mehrjährige Sanierung (außerhalb der Saison) für 1,2 bis 1,4 Millionen Euro - doch die Verwaltung arbeitet noch an einer Vorlage für die entscheidenden politischen Gremien. Positioniert haben sich die Grünen: In ihrer jüngsten "Kommunalpolitische Erklärung" fordern sie den Erhalt des Bades.
Bruns kennt die Planungen, das zuständige Sportamt habe ihn um eine Bewertung gebeten: "Sowohl die finanziellen Rahmenbedingungen und Zahlen als auch der geplante Ablauf sind keine Spinnerei." Der Verein habe alles sauber vorgelegt. Zurzeit sehe er keine akute Bedrohung des Bades, die Technik deute nicht daraufhin. "Sollte es einen großen Schaden geben, müssen wir verhandeln."
Verhandeln, da ist Bruns gerade mittendrin - und er ist vorsichtig optimistisch: "Ich will eine Regelung, die allen gerecht wird und von allen akzeptiert werden kann." Die Grundidee: Der Verein "unterstützt" jetzt nur noch die Arbeit der Bädergesellschaft, er führt nicht mehr durch, wie es bisher hieß. Und: "Die BBF trägt alle für den Betrieb des Bades notwendigen Aufwendungen und Investitionen". Nur, was darüber hinausgehe, müsse der Verein tragen. Die Einnahmen fließen zu weiten Teilen nicht mehr an die Vereine, sondern an die Bädergesellschaft. 70 Prozent der Fördervereinsbei-träge sind im Gespräch, das geht aus einem internen Papier der Bädergesellschaft hervor.
Dem gegenüber stehen für die Vereine aber viele Auf- und Ausgaben, die sie nicht mehr haben -Fördervereine gehen von einem Vorteil von etlichen 10.000 Euro für sich aus. Übernehmen sie Aufgaben, bekommen sie dafür von der Bädergesellschaft Geld, so eine weitere Linie des Vertrages. Auch die Haftbarkeit der Vorstände in Bäderangelegenheiten soll ausgeschlossen werden.
Nochmal der Kenner der Bäderlandschaft: "Dieses Zurückrudern ist sinnvoll, man schaut den Realitäten und dem Bedarf ins Gesicht." Bei den Vereinen sehen die meisten das ähnlich. In der schwierigsten Lage ist Gadderbaum, hier sagt Sprecherin Vera Höxter: "Das würde viel Sicherheit geben, aber das Bad sollte trotzdem saniert werden."

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