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Neue Westfälische, 19. April 2011

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Dornberg und Schröttinghausen rüsten sich für Sommer / Schwimmen ab Mitte Mai

Frühjahrsputz im Freibad

Dornberg/Schröttinghausen. Das Becken im Freibad Dornberg ist leer, auf dem Grund liegen Dreck und Laub. Wo im Sommer hunderte Menschen schwimmen, hantieren Johannes Wiefel und seine Helfer mit Schrubber und Hochdruckreiniger. In Schröttinghausen ist das alte Wasser noch drin. Liegeflächen und Grünanlagen werden aber schon geschnitten, gemäht und gepflegt. In den Bielefelder Freibädern wird geputzt und gereinigt für die bevorstehende Saison. Im Mai sollen die Bäder eröffnet werden.

"Wenn das Freibad aufmacht, geh ich als allererstes auf die große Rutsche", sagt Fynn. Der Siebenjährige freut sich auf den Sommer im Dornberger Freibad. Stolz erzählt er von seinem Sprung vom Drei-Meter-Brett im letzten Jahr. Das Planschen unter freiem Himmel verdient sich der Grundschüler mit Gräser zupfen.
Zusammen mit seiner fünfjährigen Schwester Lilli packt er mit an: Beim großen Frühjahrsputz am Beckenrand. Denn das Donrberger Freibad muss sommertauglich gemacht werden. Ihr Opa hat sich die letzten siebzehneinhalb Jahre für den Erhalt des Bades eingesetzt. Johannes Wiefel gründete den Förderverein, der das Freibad bis heute im wahrsten Sinne des Wortes "über Wasser hält". Seit Anfang des Monats ist er nicht mehr Vorsitzender - Lars Lüuepke beerbte ihn in dieser Position.
Dennoch hängt Wiefels Herz an dem kleinen Freibad im Nordwesten. Der traditionelle Frühjahrsputz ist darum für ihn und seine Familie Pflicht. "Wir müssen das große Schwimmbecken, die Sprungbretter und das kleine Kinderbecken fertig machen", sagt Wiefel. "Und auch die Liegewiesen, Umkleiden, die Wege und der Parkplatz müssen für die Saison gerüstet sein, wenn wir am 13. Mai aufmachen." Vom Beete-Entkrauten bis zum Beckensäubern mit Hochdruckreinigern fallen unzählige Aufgaben an.
Rund 20 große und kleine Helfer packten darum am Wochenende mit an, beim Aufräumen, Putzen und Reparieren des 2.000 Quadratmeter großen Geländes. Neu in diesem Sommer ist die zusätzliche Gasheizung. Bis Ende der Sommersaion 2009 sorgte ein großer Gasheizkessel und zwei Wärmepumpen für angenehme Badetemperaturen. Dann fielen die 12 Jahre alten Pumpen aus, und das Wasser konnte 2010 nur auf 20 Grad erwärmt werden.
"Letzte Saison war es bei uns etwas kalt", sagt Wiefel. "Aber jetzt schaffen wir wieder 24 Grad Wassertemperatur. Wir haben nämlich für urund 20.000 Euro eine neue Zusatzgasheizung installiert." Das Geld brachte der 2.400 Mitglieder starke Förderverein aus eigener Kasse auf. Wiefel freut sich auf die Saison mit "schönem Wetter, vielen Besuchern und wenig Unfällen." Irgendwie ist das Freibad ein Stück weit sein Zuhause: "Es ist schon komisch, früher habe ich das Bad für meine Kidner erhalten, jetzt erhalte ich es für meine Enkel."
Kinderlachen soll ab Samstag, 14. Mai, auch wieder durch das Freibad Schröttinghausen schallen. In dem kleinen Familienbad laufen ebenfalls Vorbereitungen für die Sommersaison auf Hochtouren. Mehr als 40 Helfer bereiten vor allem die Grünflächen für die Badegäste vor. In zwei Wochen soll dann noch das alte Wasser aus dem 50-Meter Becken gelassen werden. "Dann wird geschrubbt und das neue Badewasser eingelassen", erzählt Helmut Althoff, Sprecher des Fördervereins, der das Familienbad seit 1993 betreibt. Pünktlich zur Eröffnung sollen dann auch die Reparaturen am Schwallwasserbehälter, dem Auffangbecken für das abfließende Schwimmwasser, abgeschlossen sein.
"Der alte Behälter war undicht, darum haben wir den Eisen- durch einen Betonbehälter ersetzt", sagt Althoff. Das sso viele Menschen beim Frühjahrsputz in Schröttinghausen helfen, liegt auch an der Verbundenheit der ehrenamtlichen Helfer zu dem kleinen Bad. "Das Freibad war mein Zuhause", sagt Horst Klein. Der ehemalige Schwimmmeister des Freibads schätzt die gemütliche Atmosphäre und den Zusammenhalt der Förderverein-Mitglieder. Auch Annelies und Lothar Büttner knien gerne auf den Freibad-Fliesen und zupfen Moos. "Hier halten alle zusammen", sagt der 79-Jährige Lothar Büttner. "Wenn Not am Mann ist springen alle mit ein. Der Frühjahrsputz ist Ehrensache."

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