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Westfalenblatt, 11. Januar 1994

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Bilanz des Fördervereins zum Erhalt des Freibades: 150 Mitglieder, Spenden und eine mit spitzer Feder erstellte Kalkulation

Dornberger Konzept halbiert bisherige Zuschüsse der Stadt

Bielefeld-Dornberg (ms). Sportamtsleiter Fritz Kölling wird am Donnerstag der Aufforderung der Bezirksvertretung nachkommen und über die Initiativen der Bürger zum Erhalt der Freibäder berichten. Und über die Chancen der Vereine in Dornberg und Schröttinghausen, mit ihrem Engagement die beiden Freibäder tatsächlich retten zu können. Johannes Wiefel, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Dornberg, und seine Kollegen im Vorstand haben mit spitzer Feder nachgerechnet und ein Konzept erarbeitet, das den Zuschuß der Stadt für den Betrieb des Dornberger Bades halbiert. Das Konzept soll Kölling den Bezirksvertretern vorstellen. Der Dornberger Verein hat sich vor gut vier Wochen gegründet. Seine Gemeinnützigkeit ist anerkannt. In dieser Zeit sind 150 Mitglieder geworben worden, die je einen Jahresbeitrag von 100 Mark zahlen. »Das war nur möglich durch das intensive Werben für unsere Ziele. Die Mitglieder sind von Haustür zu Haustür gegangen«, sagt Wiefel. Dennoch: Nach seiner Rechnung muß der Verein mindestens 400 Mitglieder zählen, um das Freibad tragen zu können.

Kurzfristige Ziele des Vereins sind es, das Dornberger Freibad und damit einen Treffpunkt für Jugendliche und Familien zu erhalten und den Schwimmsport zu fördern. Langfristig soll das Freizeit- und Schwimmangebot attraktiver werden. Die kurzfristigen Ziele sollen damit erreicht werden, daß der notwendige Zuschuß der Stadt auf 70 000 Mark mehr als halbiert wird. »Bisher sind 1,2 Schwimmeisterstellen für das Bad gerechnet worden. Wir wollen die hauptamtliche Stelle auf eine halbe reduzieren, in den Wintermonaten soll der Bademeister in einer anderen städtischen Einrichtung arbeiten. Die Personalkosten in Höhe von maximal 37 000 Mark erstattet der Verein der Stadt«, erläutert Wiefel das Konzept. Was der Stadt an Kosten bliebe, seien die bauliche und technische Unterhaltung des Bades, die Kosten für die Betriebsmittel, Kosten für Wasser und Wasserrückführung, Versicherungen, Steuern und Pacht. Der Betrag belaufe sich bei großzügiger Berechnung auf 70 500 Mark. »Das finanzielle Risiko eines Sommers mit schlechtem Wetter bleibt für den Verein. Damit müssen wir rechnen. Die Kalkulation funktioniert nur, wenn wir mindestens 400 Mitglieder haben und die Kosten nicht höher als errechnet sind«. 5 000 verteilte Handzettel und die zähe Arbeit der Mitglieder haben sich ausgezahlt. Die Bilanz nach einem Monat kann sich sehen lassen. Für die Arbeiten zu Beginn und zu Ende der Badesaison hat sich die Freiwillige Feuerwehr Dornberg angeboten. Die Vereinsmitglieder beteiligen sich an den Arbeiten. Zusatzkräfte bei der Beckenaufsicht - als zweiter Mann oder Frau neben dem Schwimmeister - können von der DLGR angefordert werden. Die Finanzierung soll ebenfalls vom Verein getragen werden. Außerdem wollen einige Mitglieder das Rettungsabzeichen in Silber absolvieren, was sie zur Beckenaufsicht legitimiert. Die Pflege der Grünflächen und Hecken wird von einem ortsansässigen Landschaftsgartenbaubetrieb kostenlos erledigt. Der Kassen- und Reinigungsdienst soll organisatorisch und finanziell von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins übernommen werden.
Der Förderverein Freibad Dornberg will von den derzeitigen Kosten des Freibades (210 000 Mark) 60 000 Mark durch ehrenamtliche Arbeit einsparen, die gleiche Summe erwartet er aus Eintrittsgeldern, die dem Verein zustehen werden. Aus Mitgliedsbeiträgen soll ein Zuschuß in Höhe von 20 000 Mark gezahlt werden. Für die Stadt Bielefeld blieben Kosten von etwa 70 000 Mark. »Der Zuschuß der Stadt hat bisher 150 000 Mark betragen. Eine weitere Senkung wird durch Vereinsmittel nicht zu erreichen sein«, weist Wiefel darauf hin, daß es sich bei dieser Berechnung um das handelt, was im äußersten Fall vom Verein geleistet werden könne.

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