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Neue Westfälische, 1./2. Oktober 2005

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Das neue Freibad-Konzept: Deckel von 25.000 Euro schon im nächsten Jahr

Gadderbaum vom Aus bedroht

Bielefeld. Dem Freibad Gadderbaum kann fast nur noch ein Wunder helfen. Sonst wird es nicht mehr öffnen. Die Bädergesellschaft BBF will zwei der vier von Fördervereinen betreuten Freibädern, Gadderbaum und Schröttinghausen, schon 2006 Finanzdeckel von 25.000 Euro/Jahr auferlegen. "Wenn das nicht reicht, wird der Betrieb eingestellt", erklärte BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns gestern, nachdem der Aufsichtsrat das neue Bäderkonzept beschloss. Dornberg und Hillegossen müssen sich 2007 auf den Deckel einstellen.

Für sie wie für Schröttinghausen ist die Lage aber nicht so ernst: Denn Hillegossen und Dornberg sollen 2006 bzw. 2007 für je 1,6 Millionen Euro gründlich saniert werden. Damit seien in den Folgejahren keine Investitionen und Reparaturen mehr zu erwarten, so Bruns: "Sie müssten damit zurecht kommen - Dornberg mit seiner hohen Mitgliederzahl eigentlich ohne Probleme, in Hillegossen wird es etwas schwieriger." Aber gerade im Südosten der Stadt mit wenig Konkurrenz rechnet die BBF bei einem sanierten Bad mit deutlich steigenden Besucherzahlen.
Enger wird es auch für Schröttinghausen. Aber hier steht ein starker Förderverein mit vielen Mitgliedern und höheren Rücklagen hinter dem Bad, dessen Technik zudem nicht ganz so marode ist. Trotzdem wird es für die Schröttinghauser hart. "Zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben", kommentierte der Vorsitzende Wilhelm Bensiek den "Kompromiss". Auf Dauer sei das Bad damit nicht zu halten. Er will aber erstmal die Gespräche, die Bruns nächste Woche mit den Fördervereinen führen will, abwarten.
"Das zieht mir die Schuhe weg", reagierte Gadderbaums Bezirksvorsteherin Hannelore Pfaff auf die Nachricht, dass schon ein Jahr eher als versprochen der Geldhahn gedrosselt wird. Während für Schröttinghausen eine Mehrbelastung von gut 20.000 Euro im Raum steht, würde sie in Gadderbaum bei über 60.000 Euro liegen. "Das können wir allein nicht schaffen", so der Fördervereinsvorsitzende Horst Haase.
Aber aufgeben wollen die Gadderbaumer noch nicht. Deshalb soll das Bad auch wieder winterfest gemacht werden. Pfaff hat einige Ideen für eine Rettung: "Wir sind am Stricken, müssen jetzt aber sehr schnell in die Puschen kommen." Das Bad nicht mehr aufzumachen, kann sie sich nicht vorstellen: "Abschied nehmen wäre auch wichtig."
Besser sind die Aussichten für die beiden Bäder, die die BBF sanieren will. Hillegossen wird auf 2006 vorgezogen, weil dort im letzten Jahr ein Filter-Kessel durchrostete und nur notdürftig geflickt werden konnte. "Wir sind gezwungen, das Bad vorzuziehen, sonst ist der Weiterbetrieb nicht mehr möglich", erläuterte BBF-Betriebsleiter Hans-Jürgen Stern. In beiden Bädern werden die Becken mit Edelstahl ausgekleidet, die Technik herausgerissen und erneuert sowie die Gebäude renoviert. Während des Umbaus müssen die Bäder geschlossen bleiben: Hillegossen 2006, Dornberg 2007. Erleichtert würden die Investitionen durch die günstigen Zinsen.
Ausgeklammert ist Brackwede, das erstmal weiterläuft und nach wie vor rund 50.000 Euro pro Jahr von der BBF erhält. Bruns: "Wir möchten dem Förderverein mehr Zeit geben." Denn in Brackwede soll etwas Besonderes, ein Naturbad, entstehen, das über den Stadtbezirk hinaus Anziehungskraft hätte.
Kosten soll es 2,4 Millionen Euro, von denen die BBF 1,2 bis 1,3 Millionen tragen würde. Den Rest müsste der Verein, der der BBF auch seine Rücklagen zur Verfügung stellt, mit Hilfe von Sponsoren aufbringen. Er hofft, die Stiftung der Sparkasse dafür zu gewinnen (NW vom 30. September). Bruns hält eine baldige Entscheidung für wichtig, weil sonst drohe, dass das Projekt an Schwung verliert.
Das allerletzte Wort ist über das Konzept aber noch nicht gesprochen. "Sollte der Stadtrat Einwände erheben, wird sich der Aufsichtsrat erneut mit dem Thema beschäftigen", lässt der Beschluss ein Hintertürchen offen. Strenge Vorgabe bisher ist aber, dass sich das BBF-Defizit von 7,5 Millionen Euro im Jahr nicht erhöht.

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